SV Blau-Weiss Markendorf II – SV Preußen 90 Beeskow 7:9 n.E.
Nichts für schwache Nerven! In der Ausscheidungsrunde des Ostbrandenburgpokals lieferten sich die Zweitvertretung von Blau-Weiss Markendorf und der SV Preußen 90 Beeskow ein geschichtsträchtiges Torspektakel. Am Ende bejubelten die Gäste aus Beeskow den Einzug in die nächste Runde.
Vom Anpfiff weg ließen die Preußen aus Beeskow keine Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen. Die Gäste waren ab der ersten Minute die absolut spielbestimmende Mannschaft und legten ein enorm hohes Tempo vor. Angetrieben von dieser Dominanz erarbeitete sich Beeskow im Minutentakt hochkarätige Torchancen. Bereits in der 5. Spielminute belohnten sich die Gäste für ihren Sturmlauf und gingen hochverdient durch den Treffer von Silvio Lehmann mit 1:0 in Führung.
Doch die Partie stellte sich völlig überraschend auf den Kopf. Beeskow verlor defensiv kurzzeitig den Faden: Durch zwei Defensivfehler luden die Gäste die Hausherren förmlich zum Toreschießen ein. Markendorf II bestrafte diese Unkonzentriertheiten eiskalt und drehte das Spiel innerhalb von nur fünf Minuten komplett. Nach Treffern in der 20. und 25. Spielminute hieß es plötzlich 2:1 für die Gastgeber.
Der Doppelschlag tat dem Beeskower Offensivdrang jedoch keinen Abbruch. Die fällige Trinkpause Mitte der ersten Halbzeit kam für die Gäste genau zur rechten Zeit, um sich kurz zu schütteln und neu zu ordnen. Nach einer der zahlreichen, schön herausgespielten Torchancen schlug Beeskow eiskalt zu und erzielte den hochverdienten Treffer zum 2:2-Ausgleich. Wer nun dachte, Beeskow hätte das Spiel wieder im Griff, wurde bitter enttäuscht. In der 38. Spielminute schlug der Gastgeber erneut zu: Völlig überraschend und entgegen dem Spielverlauf ging Markendorf II mit 3:2 in Führung.
Auch im zweiten Durchgang änderte sich das Bild auf dem Rasen kaum. Beeskow blieb die spielgestaltende Mannschaft und erarbeitete sich, genau wie in der ersten Hälfte, zahlreiche Torchancen. Doch im Abschluss fehlte den Preußen das nötige Quäntchen Glück und die letzte Konsequenz. Die besten Gelegenheiten wurden reihenweise liegengelassen.
Die Strafe für diesen Chancenwucher folgte prompt: Markendorf II zeigte sich eiskalt im Ausnutzen der Beeskower Schwächen. In der 70. Spielminute schlugen die Hausherren erneut zu und erhöhten die Führung völlig überraschend auf 4:2. Zu diesem Zeitpunkt schien die Vorentscheidung gefallen.
Doch Preußen Beeskow bewies ein riesiges Kämpferherz, steckte zu keinem Zeitpunkt auf und mobilisierte für die Schlussphase noch einmal alle Kräfte. Die Mannschaft belohnte sich endlich für ihren unermüdlichen Aufwand: In der 75. Spielminute keimte nach dem Anschlusstreffer zum 3:4 wieder Hoffnung auf. Beeskow drückte weiter auf das Tempo und belagerte den gegnerischen Strafraum. Der verdiente Lohn folgte in der 84. Spielminute, als der vielumjubelte Treffer zum 4:4-Ausgleich fiel. Mit diesem Unentschieden endete eine denkwürdige reguläre Spielzeit.
Bei drückenden 35 Grad pfiff der Schiedsrichter schließlich die Verlängerung an – eine extreme körperliche Belastung für beide Teams, die nun endgültig am absoluten Limit agierten. Für Beeskow kam es jedoch noch dicker: Nach einer Gelb-Roten Karte mussten die Preußen die gesamte Verlängerung in Unterzahl bestreiten.
Die dramatischen Ereignisse spitzen sich in den letzten Minuten der Verlängerung dramatisch zu. In der 117. Spielminute schien der Traum für Beeskow endgültig zu platzen, als Markendorf erneut mit 5:4 in Führung ging. Auf dem Sportplatz am Apfelweg glaubten nun alle an den sicheren Sieg der Hausherren. Doch die Rechnung wurde ohne die willensstarken Beeskower gemacht. Nur eine einzige Minute nach dem Rückschlag schlug Beeskow zurück: Der Vierfachtorschütze Luca Sonnenburg markierte in der 118. Minute den unfassbaren Ausgleich zum 5:5.
Nach dieser Willensleistung ging es in den ultimativen Showdown vom Punkt. Im anschließenden Elfmeterschießen behielt Beeskow schließlich die besseren Nerven. Trotz der extremen Erschöpfung verwandelten die Preußen vier Elfmeter eiskalt, während Markendorf II zweimal patzte. Am Ende machten die Gäste in Unterzahl den Deckel auf eine geschichtsträchtige Hitzeschlacht, die allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.


