Wir als größter Sportverein in Beeskow warnen vor massiven Gebührensteigerungen der Sportstätten!
Die Stadt Beeskow plant eine drastische Erhöhung der Gebühren für die Nutzung von Sportstätten. Für uns als einer der betroffenen Vereine
steht damit die Zukunft der lokalen Jugendarbeit auf dem Spiel. Bereits im vergangenen Jahr sahen sich die Beeskower Sportvereine mit einer spürbaren Kürzung der Kinderförderung konfrontiert, eine Maßnahme, die ohne vorherigen Dialog beschlossen wurde und für erhebliche Missstimmung bei uns sorgte. Nun droht der nächste finanzielle Einschnitt. Die angekündigten Gebührenanhebungen für die Nutzung städtischer Hallen und Plätze belaufen sich teilweise auf bis zu 125 Prozent, was alleine bei uns schon einen 5 stelligen Betrag ausmachen würde. Die offizielle Begründung
der Stadt, man müsse die Versäumnisse vieler Jahre, in denen die Entgelte stabil blieben, nun auf einen Schlag nachholen, stößt bei uns auf Unverständnis. Eine Erhöhung in dieser Dimension stellt das Ehrenamt vor kaum lösbare Aufgaben. Was bedeutet eigentlich „kinderfreundliche Kommune“, die oft und stetig beworben wird? Die aktuelle Debatte wirft für uns eine fundamentale Frage auf, wie definiert sich eigentlich eine kinderfreundliche Kommune? Aus unserer Sicht greift es zu kurz, den Titel lediglich mit punktuellen Festen oder kleinen Aufmerksamkeiten
zu Feiertagen zu füllen. Nachhaltige Kinder- und Jugendförderung bedeutet vielmehr, verlässliche Strukturen zu schaffen und ein breites Freizeitangebot von Musik bis Sport zu ermöglichen und das an sieben Tagen die Woche, 360 Tage im Jahr. Der Ruderverein, die Kanuten, die Leichtathleten, die Jugendfeuerwehr etc. betreiben hierbei wie wir eine aktive Jugendarbeit. Wir als SV Preußen 90 Beeskow mit rund 50 ehrenamtlichen Übungsleitenden und einem neu eingestellten FSJ’ler betreuen aktuell über 300 Kinder und Jugendliche und haben zu dem noch 2 Kita-Kooperationen (Goyatz und Kita Kiefernzwerge) und 6 Schulsport-AG in Beeskow und Umland. Pro Woche werden rund 90 Stunden Kindersport inklusive Wettkampfbetrieb organisiert. Das ehrenamtliche Engagement im Verein geht dabei aber weit über die rein sportliche Betätigung hinaus. Sie prägt das Aufwachsen junger Menschen und vermittelt fundamentale Werte wie Gemeinschaft, Durchhaltevermögen, Sportgeist, Mut, interkulturelle Offenheit und vieles mehr. Darüber hinaus schaffen Vereine ein Gefühl von Heimat und Erlebnissen binden so die Generation von morgen an die Region. Wichtig ist bei der Sportausübung vor allem die soziale Komponente. Ein breiter Zugang muss für alle gesellschaftlichen Schichten bezahlbar bleiben. Schon jetzt tragen Eltern neben dem Mitgliedsbeitrag erhebliche Kosten, bspw. zu den Fahrten der Trainingseinheiten, für persönliche Trainingsmaterialien etc. Eine Umlage der 125-prozentigen Gebührenerhöhung auf die Mitgliedsbeiträge ist für Familien wie auch für den Verein nicht darstellbar, im Erwachsenenbereich ist eine vernünftige Preisanpassung eher möglich, aber eben auch nicht in dieser Dimension. Der SV Preußen 90 Beeskow federt finanzielle Engpässe bereits durch kreatives Sponsoring ab, um Trikots, Traineraus- und Trainerfortbildung, Busse oder die Erweiterung der Infrastruktur (wie die Beachvolleyball-, Beachhandball- und Beachsocceranlage) zu realisieren. Gleichzeitig sinken bereits seit Jahren staatliche Fördermittel kontinuierlich und bieten kaum noch Planungssicherheit, Fördertöpfe sind für Vereine schon jetzt eine große Herausforderung und eher Lotto-Spiel. Im Zeitungsartikel wird in den aktuellen Diskussionen häufig auf die Gebührenmodelle von Eisenhüttenstadt oder Fürstenwalde verwiesen, zeigt der Blick in andere Brandenburger Regionen
wie Altlandsberg, dass die Nutzung von Sportstätten für Kinder und Jugendliche dort komplett kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, also so etwas gibt es auch. Wir verwehren uns nicht gegen eine angemessene und schrittweise Anpassung an die allgemeinen Kostensteigerungen, aber wir kritisieren jedoch, dass wir als Betroffener mehr oder weniger, fast vor vollendete Tatsachen gestellt werden, so wie letztes Jahr auch schon, anstatt uns frühzeitig einzubinden und Ideen einzubringen. Das jetzige Vorgehen lässt ehrlich gesagt Motivation und Vertrauen im Ehrenamt schwinden,
wir Tun und Machen und die Stadt und viele Menschen profitieren davon und dann geht man so mit diesem Engagement um. Sollte die Erhöhung wie angekündigt beschlossen werden, droht unsere Nachwuchsarbeit in der breite und Vielfalt in Beeskow auf der Strecke zu bleiben, mit der Folge, dass nicht mehr alle Angebote aufrechterhalten werden können und möglichst vielen Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu geben. Solche Kostensteigerungen können wir einfach nicht auf die Mitglieder umlegen, auch Sponsoren dafür zu begeistern ist unrealistisch. Wir appellieren an die Stadtpolitik, wo ein Wille ist, muss es auch ein Weg geben. Während die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren von
großem gegenseitigen Verständnis für die Bürokratie und die Belastung der rund 700 Vereinsmitglieder geprägt war, liegt die Entscheidung nun bei den lokalen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung. In Kürze wird der zuständige Kulturausschuss zusammentreten, um eine Stellungnahme zur Gebührenerhöhung abzugeben, bevor das Thema in der Stadtverordnetenversammlung final entschieden wird. Einige Abgeordnete haben sich bereits produktiv und klar zu Wort gemeldet, was wir sehr begrüßen, andere schwiegen bislang. Wir Preußen rufen
daher alle Mitglieder, Eltern und Unterstützer dazu auf, aktiv das Gespräch mit den bekannten Stadtverordneten zu suchen. Es gilt, deutlich aber natürlich sachlich zu machen, wie elementar der Sport und wir als einer der wenigen Vereine mit aktiver Jugendarbeit für die Entwicklung der Kinder/Jugendlichen vor Ort sind. Die Gesellschaft sucht händeringend ehrenamtlich Tätige, diese sind da, wenn hauptamtliche Stellen gestrichen werden, sind da, wenn niemand Geld gibt, ehrenamtliche Fragen nicht „Was kann ich tun “ , sondern sie packen einfach an. Wir brauchen aber verlässliche Rahmenbedingungen die auch stemmbar sind. Das wir jede Kostenstelle im Stadthaushalt mindestens+/- setzen ist halt bei Kindern und Jugendlichen nicht möglich, wenn sie uns denn am Herzen liegen.

https://www.moz.de/lokales/beeskow/sport-in-oder-spree-beeskow-will-hallengebuehren-fuer-vereine-mehr-als-verdoppeln-79468766.html